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Veröffentlicht am 28.01.2020 von trotz ms Redaktion
Ob Lehrer, Polizist oder in der Verwaltung – viele Berufe im öffentlichen Dienst bieten die Möglichkeit der Verbeamtung auf Lebenszeit. Diese bringt viele Vorteile mit sich, aber auch einige Hürden. So gelten für Beamtenanwärter bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen. Aber Deine MS muss dafür kein Hinderungsgrund sein.

Du strebst eine berufliche Laufbahn im öffentlichen Dienst an und fragst Dich, ob Deine MS einer Verbeamtung im Weg stehen könnte? Leider lässt sich diese Frage nicht klar beantworten. Die gute Nachricht ist aber, dass sich die Situation für Betroffene verbessert hat und auch mit MS eine Verbeamtung möglich ist.
Beamte auf Lebenszeit profitieren von einer Reihe von Vorteilen: gutes Gehalt, höhere Rente und sie sind nahezu unkündbar. Das ist aber mit strengen Vorgaben verknüpft. So muss der Beamtenanwärter neben der fachlichen auch die gesundheitliche Eignung mitbringen. Das heißt, ein Amtsarzt muss ihm bescheinigen, dass er den Job mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters ausüben kann. Der Staat will dadurch eine vorzeitige Berufsunfähigkeit möglichst ausschließen, da er dem Beamten in diesem Fall seine Bezüge lebenslang weiterzahlen müsste.
Kann ich meine MS verschweigen?
Leider nein! Anders als bei einem „normalen“ Angestelltenverhältnis, bei dem Du nicht unbedingt von Deiner MS erzählen musst, kann eine Verbeamtung zurückgenommen werden, wenn Du Deine Erkrankung vor dem Amtsarzt verschweigst.
Für Menschen mit MS bedeutete die gesundheitliche Eignungsprüfung in der Regel die Ablehnung ihres Antrags auf Verbeamtung. Mittlerweile gibt es aber auch für Betroffene Möglichkeiten, Beamter auf Lebenszeit zu werden. MS-Betroffene mit leichten Verläufen und geringen Einschränkungen sollten sich zunächst an ihren Neurologen wenden. Eventuell kann er aufgrund des bisherigen Krankheitsverlaufs eine günstige Prognose für die Dienstfähigkeit abgeben. Bei Vorlage eines entsprechenden Attests beim Amtsarzt sollten die Chancen auf Verbeamtung gut stehen.
Eine besondere Regelung gilt für Betroffene mit Schwerbehinderung, also mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50. Hier genügt es, wenn der Amtsarzt dem Bewerber eine voraussichtliche Dienstfähigkeit von fünf Jahren bescheinigt und nicht bis zum Rentenalter. MS-Betroffene mit einem Grad der Behinderung von 30 oder 40 können bei der Arbeitsagentur eine Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen beantragen. Wie der Fall eines an MS erkrankten Lehrers in Hessen zeigt, können Betroffene so eine Verbeamtung auf Lebenszeit durchsetzen. Der Lehrer hatte vor dem Sozialgericht geklagt und recht bekommen.
Leider ist die Rechtslage nicht immer eindeutig und unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern. Letztlich wird immer der individuelle Krankheitsverlauf beurteilt. Aber wie Du siehst, gibt es Möglichkeiten, auch mit MS eine Verbeamtung auf Lebenszeit zu erreichen.
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